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Familie. Wir wurden von allen Eritreern herzlichste
aufgenommen, von dem wenigen, was diese Menschen zur Verfügung
haben, gaben sie uns gerne ab und versorgten uns.
Im Gegensatz zu der Gastfreundlichkeit erwiesen
sich die anstehenden Behördengänge als äußerst
deprimierend und wenig hilfreich. Trotz der Armut im Land fühlen
sich die Offiziellen der Regierung eher beleidigt und verschnupft,
spricht man sie auf die Möglichkeit eines humanitären
Projekts und dessen Genehmigung an. Es gibt auch keinen behördlichen
Wegweiser oder jemanden, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht,
auch nicht von Seiten der großen Hilfsorganisationen, von
deren Erfahrung man hätte profitieren können. Wir waren
auf uns gestellt, was das Kontakte knüpfen, etc. betrifft.
Zumindest für eine Erkundungsfahrt in die
Bergregion Richtung Äthiopien erhielten wir nach 4 Tagen
Behördendschungel die Reisegenehmigung und das nötig
Voucher. Das ist eine Art innerländlicher Passagierschein
(analog zu dem in der ehemaligen DDR, wenn man in das grenznahe
Gebiet zu Verwandten reisen wollte. Kontrollpunkte und Schlagbäume
gab es auch, die waren in der ehemaligen DDR nur deutliche besser
organisiert und ausgestattet).
Kurz vor Äthiopien hört die Zivilisation
auf: Kriegswunden, Armut, Trockenheit und überall die vielen
Kinder bzw . Kriegswaisen - da beginnt dann Afrika
Man fragt sich: Wie kann ich helfen? Einerseits
will man sofort in Deutschland anrufen, um Geld und Speisen zu
ordern, andererseits fühlt man sich aber erschlagen, angesichts
der übermenschlichen Probleme. Es wird einem bewusst, das
diese Hilfe im Moment nur der berühmte Tropfen auf den heißen
Stein sein kann.
Kinder, denen wir z. B. erst Süßigkeiten
geschenkt haben, später Geld - weil die Süßigkeiten
aus waren - fingen an, tumultartig übereinander herzufallen.
Solche Verschenkaktionen sind zwar gut gemeint, gehen aber völlig
nach hinten los.
Da uns auf dieser Mission irgendwann das Geld
und die Geschenke ausgingen, fuhren wir nach 2 Tagen in dieser
Ödnis mit einem flauen Gefühl im Bauch wieder in die
Hauptstadt zurück - 100 km ca. 4 Stunden Autofahrt.
Diese Erfahrung haben wir dort gemacht und wir
haben uns gesagt: Wir wollen mehr als nur diesen Tropfen auf den
heißen Stein!
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